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Meerschweinchen: kleine Nager mit großem Bewegungsdrang

Meerschweinchen stammen ursprünglich aus Südamerika, wo sie den Einheimischen als Speisetiere dienten. Mit den Seefahrern gelangten die kleinen Nager nach Europa und entwickelten sich hier schnell zu einem der beliebtesten Haustiere. Wenn auch Sie sich Meerschweinchen kaufen möchten, erhalten Sie im Folgenden wertvolle Informationen zu Haltung und Pflege der kleinen Nager.

Allgemeine Informationen

Meerschweinchen werden durchschnittlich 20 bis 25 Zentimeter lang und 800 bis 1.400 Gramm schwer. Sie erreichen ein Alter von sechs bis acht Jahren – bei guter Haltung können sie jedoch durchaus auch zehn oder gar zwölf Jahre alt werden. Die Nager sind sehr lebhaft, neugierig und ausgesprochen gesellig. Sie dürfen daher keinesfalls alleine gehalten werden. Wenn Sie sich Meerschweinchen kaufen möchten, schaffen Sie sich also am besten gleich eine Gruppe von drei oder mehr Tieren an. Im Idealfall handelt es sich dabei ausschließlich um Weibchen oder um eine Weibchengruppe mit einem einzelnen kastrierten Bock. Bei der Haltung von mehreren Meerschweinchenböcken müssen Sie hingegen mit Revierkämpfen rechnen. Des Weiteren gilt: Halten Sie Ihre Meerschweinchen nicht gemeinsam mit Kaninchen in einem Gehege. Beide Nager verständigen sich auf völlig unterschiedliche Weise miteinander und fühlen sich in der Gegenwart des anderen nicht wohl.

Meerschweinchen haben ein sehr gutes Gehör und erkennen ihren Halter häufig bereits am Schritt. Sie können sehr zahm werden und eine enge Beziehung zum Menschen aufbauen – dennoch handelt es sich nicht um Kuscheltiere. Im Gegenteil: Meerschweinchen sind Fluchttiere und werden daher nur sehr ungern in die Hand genommen und hochgehoben. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Tiere in freier Natur häufig Opfer von Raubvögeln sind. Wenn sie sich an den Menschen gewöhnt haben, lassen sie sich jedoch gerne streicheln. Dies sollte jedoch stets freiwillig und keinesfalls unter Zwang geschehen.

Da Meerschweinchen dämmerungsaktiv sind, eignen sie sich nur sehr bedingt für Kinder. Lediglich für ältere Kinder, die die Pflege der Meerschweinchen unter Anleitung und Aufsicht der Erwachsenen durchführen, kommen die Nager als Haustier infrage. Bevor Sie sich Meerschweinchen kaufen, sollten Sie jedoch bedenken, dass die Erstausstattung für eine artgerechte Haltung sehr kostenintensiv ist.

Die artgerechte Haltung von Meerschweinchen

Meerschweinchen sind alles andere als träge. Sie lieben es, zu rennen und zu springen und benötigen ein dementsprechend großes Gehege. Dieses muss vollständig eingerichtet werden, bevor Sie Ihre Meerschweinchen kaufen. Das Zuhause der Nager sollte pro Tier eine Grundfläche von 0,5 Quadratmetern aufweisen – mindestens jedoch eine Länge von 140 Zentimetern. Für jedes Tier muss ein Unterschlupf aus Holz vorhanden sein, und zwar am besten mit gleich zwei Ausgängen. So ist gewährleistet, dass rangniedrige Tiere ranghöheren Tieren ausweichen können. Auch ein Wassernapf (am besten aus Keramik), eine Tränke und eine Heuraufe sind unerlässliche Einrichtungsgegenstände für das Meerschweinchengehege. Stellen Sie den Futternapf auf eine umgedrehte Fliese, denn auf diese Weise sorgen Sie für eine natürliche Abnutzung der Krallen. Die Häufigkeit des Krallenschneidens kann so erheblich reduziert werden. Plastikgegenstände haben im Gehege jedoch nichts zu suchen, denn Meerschweinchen nagen mit Vorliebe alles an, was greifbar ist.

Auch dann, wenn das Gehege über eine ausreichende Größe verfügt, benötigen die Meerschweinchen täglich mehrere Stunden beaufsichtigten Freilauf. Zusätzlich zum Gehege muss also ein Auslaufgitter vorhanden sein. Wenn Sie die Nager frei in der Wohnung umherlaufen lassen möchten, müssen Sie einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Entfernen Sie sämtliche Gegenstände, die angeknabbert werden könnten und stellen Sie sicher, dass keine Kabel in Reichweite sind. Schlupflöcher, in die sich die Meerschweinchen mit Vorliebe verkriechen, sind zu verschließen. Dies gilt für die Lücke hinter dem Kleiderschrank ebenso wie für Hohlräume unter Betten und Sofas.

In der warmen Jahreszeit spricht nichts dagegen, das Auslaufgitter in den Garten zu stellen. Behalten Sie die Meerschweinchen jedoch auch hier stets im Blick und sorgen Sie für ausreichend Versteckmöglichkeiten.

Die Ernährung von Meerschweinchen

Die Ernährung von Meerschweinchen gestaltet sich sehr unkompliziert. Im Fachhandel finden Sie Körnermischungen, die von den meisten Tieren sehr gut angenommen werden. Zusätzlich sollten Sie täglich zehn Prozent des Körpergewichts Ihres Nagers in Form von Frischfutter anbieten. Dies kann zum Beispiel frisch geschnittenes Gras aus dem Garten sein, aber auch Kräuter, Löwenzahn und Blätter von Apfel-, Birnen- und Haselnussbäumen kommen infrage. Die meisten Meerschweinchen freuen sich auch über ein gelegentliches Stück Möhre, Sellerie oder Fenchel. Einige Lebensmittel werden von den kleinen Nagern jedoch gar nicht vertragen, so etwa Steinobstsorten, exotische Früchte (zum Beispiel Kiwi) und Zitrusfrüchte. Auch auf Hülsenfrüchte, Auberginen und Kohl sollten Sie bei der Fütterung vollständig verzichten. Obstsorten, die nur wenig Säure enthalten (Äpfel, Erdbeeren, Melone) sind in kleinen Mengen jedoch in Ordnung. Viele Kleintierhalter füttern ihre Meerschweinchen regelmäßig mit Blattsalat. Auch hier ist jedoch Vorsicht geboten: Kopfsalat und Co. weisen einen hohen Nitratgehalt auf, der die Gesundheit der Nager beeinträchtigen kann.

Am besten versorgen Sie Ihre Meerschweinchen vier Mal pro Tag mit Nahrung. Frisches Heu muss den Tieren jedoch rund um die Uhr zur Verfügung stehen: Es übernimmt eine wichtige Funktion für die Verdauung und trägt zugleich zur Abnutzung der Zähne bei.

Nicht zuletzt gilt: Meerschweinchen lieben Abwechslung. Richten Sie das Futter daher stets auf unterschiedliche Arten an. Im Zoofachhandel finden Sie beispielsweise Futterbäume, in die Sie Obst und Gemüse hineinstecken können. Die Tiere müssen sich recken und strecken, um die Leckereien zu erreichen, und werden so ganz nebenbei fit gehalten.

Tipps für die Pflege der Meerschweinchen

Bevor Sie Meerschweinchen kaufen, bedenken Sie, dass die Reinigung des Geheges sehr zeitaufwendig ist und regelmäßig erfolgen muss. So sollten die Urinstellen täglich ausgemistet werden, damit sich keine unangenehmen Gerüche bilden und sich die Tiere in ihrem Zuhause rundherum wohlfühlen. Zwei Mal pro Woche sollte das Gehege einer Komplettreinigung unterzogen werden. Das heißt konkret: Die Einstreu wird vollständig ausgewechselt, und auch Futternäpfe und Tränken werden gründlich ausgewaschen. Einmal im Monat sind die Oberflächen mit heißem Wasser zu reinigen. Auf scharfe Reinigungsmittel sollten Sie dabei jedoch unbedingt verzichten.

Die Pflege der Tiere selbst gestaltet sich sehr unkompliziert. In der Regel genügt es, hin und wieder die Krallen zu schneiden und die Ohren und Zähne zu kontrollieren. Langhaarige Rassen müssen regelmäßig gebürstet werden. Gewöhnen Sie die Tiere jedoch möglichst langsam an diese Prozedur und gehen Sie sehr behutsam vor. Bei hohen Temperaturen ist es zudem erforderlich, das Fell von Langhaarmeerschweinchen zurückzuschneiden, um einen Hitzschlag zu vermeiden.

Meerschweinchen kaufen: Überblick über die verschiedenen Rassen

Wenn Sie sich Meerschweinchen kaufen möchten, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Rassen. Tiere, die ein kurzes Fell aufweisen, werden als Kurzhaarmeerschweinchen bezeichnet. Ihre Pflege ist nicht so aufwendig wie die von langhaarigen Rassen, da sie nicht gebürstet werden müssen. Die bekannteste Variante des Kurzhaarmeerschweinchens ist das Glatthaarmeerschweinchen. Das Fell ist kurz, glatt und kann sowohl einfarbig als auch mehrfarbig sein.

Rex und Ridgeback

Das Fell des Rex Meerschweinchens ist im Gegensatz zu dem des Glatthaarmeerschweinchens drahtig und steht senkrecht vom Körper ab. Die häufigsten Fellfarben sind Beige und Schokoladenbraun, aber auch Abweichungen hiervon sind möglich. Rex Meerschweinchen weisen eine solide Muskulatur auf und erreichen ein Gewicht von 800 bis 1.400 Gramm. Sie zeichnen sich zudem durch ein besonders lebhaftes, anhängliches Wesen aus.

Wenn Sie sich Meerschweinchen kaufen möchten, werden Sie eventuell auch auf Tiere der Rasse Ridgeback treffen. Es handelt sich um eine relativ junge Rasse, die erst seit rund 15 Jahren gezüchtet wird. Das auffälligste Merkmal der Ridgeback-Meerschweinchen ist ihr Rückenkamm, der vom Nacken bis zur Hinterhand reicht. Das Fell wächst auf dem Rücken gegen den Strich, während das übrige Fell eher glatt und fein ist. Ridgeback-Meerschweinchen weisen ein sehr gutes Sozialverhalten auf und fassen schnell Zutrauen zu Menschen.

Langhaarmeerschweinchen

Wie der Name schon sagt, weisen Langhaarmeerschweinchen ein sehr langes Fell auf. Dieses ist sehr pflegeaufwendig, denn es muss regelmäßig gebürstet und gegebenenfalls gekürzt werden. Vor allem dann, wenn das Fell zum Verfilzen neigt oder die Bewegungsfreiheit des Meerschweinchens eingeschränkt ist, muss zur Schere gegriffen werden.

Texel Meerschweinchen

Ebenfalls sehr beliebt sind die sogenannten Texel Meerschweinchen. Während ihr Fell am Kopf eher kurz ist, ist es am übrigen Körper lang und lockig. Die meisten Texel Meerschweinchen sind schwarz, braun oder rot-weiß, es können jedoch auch Sonderfärbungen auftreten. Diese Rasse ist in den ersten Lebensjahren sehr aktiv und lebhaft – später zeichnen sie sich jedoch durch ein ausgesprochen ruhiges Wesen aus.

Merino Meerschweinchen

Merino Meerschweinchen haben ein sehr lockiges Fell. Das Kopfhaar ist hingegen kurz und mit einer kleinen Krone versehen. Die kleinen Nager gelten als besonders anhänglich – leider haben sie jedoch ein gesundheitliches Manko: Viele Vertreter dieser Rasse weisen ein Rolllid auf, das häufig mit Hornhautentzündungen einhergeht. Wer sich für ein Merino Meerschweinchen entscheidet, sollte also regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt wahrnehmen.

Nicht unumstritten: Nacktmeerschweinchen

Seit den 1970er Jahren werden Meerschweinchen ohne Fell gezüchtet. Die Rassen "Skinny" und "Baldwin" sind jedoch vorrangig in den USA und in Kanada verbreitet. In Deutschland ist die Zucht dieser Meerschweinchenrasse sehr umstritten, denn: Aufgrund des fehlenden Fells kühlen die Tiere sehr schnell aus, und auch das Verletzungsrisiko ist deutlich höher. Nacktmeerschweinchen sollten daher nicht mit anderen Rassen in einem Gehege gehalten werden.