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Ziegen artgerecht halten

Die Ziege ist eines der ältesten und intelligentesten Nutztiere. Sie wird bereits seit über 13.000 Jahren als Haustier gehalten und versorgt die Menschen mit Milch und Fleisch. Diese Tiere überzeugen vor allem durch ihren freundlichen sowie neugierigen Charakter. Für die Haltung der unterschiedlichen Arten mit vielfältigen Farbvariationen müssen jedoch einige Besonderheiten bedacht werden.

Eine Ziege als Familienmitglied?

Hausziegen sind sehr verspielte Tiere, die ihre Umgebung jeden Tag aufs Neue erkunden. Sie vertragen sich aufgrund ihres freundlichen Charakters sehr gut mit anderen Haustieren und Kindern. Eine Spielaufforderung schlagen sie nur in seltenen Fällen aus, wodurch sie sich optimal als Spielgefährten eignen.

Obwohl Hausziegen sehr neugierig sind, nähern sie sich sehr vorsichtig kleineren Tieren und Menschen. In vielen Fällen entwickeln sie sogar ein Verantwortungsbewusstsein und hüten kleine Kinder. Die intelligenten Tiere passen darauf auf, dass sich diese nicht zu weit von ihren Eltern entfernen und versperren diesen den Weg. Darüber hinaus gehen sie sehr geduldig mit ihnen um und lassen sich sogar ein etwas gröberes Verhalten reaktionslos gefallen.

Eine Ziege benötigt sehr viel Platz, um artgerecht gehalten werden zu können. Aus diesem Grund eignet sie sich nicht für eine reine Wohnungshaltung. Wenn Sie Ziegen kaufen wollen, sollten Sie entweder über ein größeres Gartengrundstück oder ein eigenes Haus mit anliegendem Garten verfügen. Hausziegen können nicht nur auf dem Land gehalten werden. Auch für Menschen, die am Stadtrand leben, stellen sie optimale Haus- und Nutztiere dar. Obgleich sie sich in einem offenen Gehege besonders wohl fühlen, können sie auch in einer Einzelbox gehalten werden. Diese muss jedoch mindestens eine Größe von drei bis vier Quadratmetern aufweisen.

Werden die Hausziegen auf einer eingezäunten Rasenfläche gehalten, sind sie sehr bescheiden. Sie suchen sich einen großen Teil der benötigten Nahrung selbst und arbeiten als lebendige Rasenmäher. Dadurch brauchen sie im Sommer deutlich weniger Futter. Deshalb sind sie auch für alleinstehende und berufstätige Menschen geeignet.

Wie sind das Wesen und der Charakter von einer Ziege?

Die Ziege ist grundsätzlich ein sehr soziales Tier. Nach anfänglicher Zurückhaltung schließt sie schnell Freundschaften und entwickelt starke soziale Bindungen. Aus diesem Grund kann die Hausziege niemals allein gehalten werden. Sie vereinsamt sehr schnell und wird dadurch anfällig für Verhaltensstörungen und Krankheiten. Obwohl ihr bereits ein einziger Artgenosse genügt, sollte im Idealfall stets eine Herde von mindestens drei bis fünf Hausziegen gehalten werden.

Trotz ihrer freundlichen und aufgeschlossenen Art verhalten sich Hausziegen anfangs sehr zurückhaltend. In der Natur schließen sich die Tiere meist zu kleinen Gruppen zusammen, die mit Familienclans verglichen werden können. Sämtliche Tiere einer Gruppe sind dadurch direkt miteinander verwandt. Diese Sozialgefüge sind meist um ein besonders dominantes Weibchen aufgebaut. Männchen verlassen bereits frühzeitig die Gruppe, um eine geeignete Partnerin zu finden. Dadurch unterscheidet sich das Verhalten von männlichen und weiblichen Hausziegen sehr stark voneinander. Während Männchen unabhängig sind und sich schnell in neuen Umgebungen einleben, entwickeln weibliche Tiere sehr intensive Bindungen, die nicht unterbrochen werden sollten. Die Freundschaft zwischen einer weiblichen Ziege und einem anderen Tier oder dem Menschen bleibt oft über deren gesamtes Leben bestehen. Die Beziehungen zwischen Männchen und Weibchen hingegen sind in der Regel kaum ausgeprägt.

Während männliche Hausziegen in einer Gruppe meist toleriert werden, begegnen die Tiere einem weiblichen Neuzugang meist sehr skeptisch. Das liegt vor allem daran, dass Weibchen nur selten ihre Gruppe verlassen und sich einer neuen Gemeinschaft anschließen. In den meisten Fällen vertragen sie sich jedoch auch nach anfänglichen Streitigkeiten schnell wieder. Ein funktionierendes Sozialgefüge ist für Hausziegen sehr wichtig. Aus diesem Grund passen sie ihr Verhalten meist den entsprechenden Rahmenbedingungen an. Dadurch zeigen einige Tiere ein stures Verhalten, wenn sie bemerken, dass dieses ihnen Vorteile einbringt. Weiterhin entwickeln sie ein aggressives Verhalten, wenn ihnen stets mit Angst und Vorsicht begegnet wurde. Über ein grundsätzlich stures Wesen verfügen Hausziegen jedoch entgegen der landläufigen Meinung nicht.

Wie sehen die unterschiedlichen Arten aus?

Hausziegen werden hauptsächlich in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Neben einigen hornlosen Ziegenrassen zeichnen sich die meisten Arten durch kräftige Hörner aus. Der grundsätzliche Körperbau unterscheidet sich jedoch nur geringfügig. Diese Tiere verfügen über vier Beine sowie Hufen und einen kurzen Schwanz. Die Körpergröße, das Gewicht, die Länge des Fells und dessen Färbung sind jedoch vielfältig ausgeprägt.

Besonders beliebt ist derzeit die Bunte Deutsche Edelziege. Diese hornlose Rasse entstand in den Jahren nach 1925 aus der Kreuzung zahlreicher brauner Hausziegen aus ganz Deutschland. Gleichzeitig vereinten sämtliche deutschen Züchter weiße Hausziegen zur Weißen Deutschen Edelziege. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Hausziegen mit einer einzigen Färbung sehr selten. Die meisten Tiere verfügten damals über eine gepunktete oder gefleckte Färbung, sodass sehr hohe Preise für einfarbige Hausziegen erzielt werden konnten. Das Zuchtziel beider Rassen bestand darin, eine fruchtbare Hausziege zu erhalten, die trotz ihrer Einfarbigkeit über eine hohe Fett- und Eiweißleistung besitzt.

In der Region um Sachsen ist noch immer die Zucht von hornlosen Erzgebirgsziegen weit verbreitet. Ursprünglich verfügten diese einmal über mehrere charakteristische Färbungen. Aufgrund der Einkreuzung der rehbraunen Schweizer Ziege sind graue, blaue und schwarze Tiere heute jedoch sehr selten. Meist haben sie eine rehbraune Farbe mit schwarzen Stiefeln. Andere Rassen wie unter anderem die Schwarzwaldziege und die Rhönziege gelten als vollständig ausgestorben.

Neben vielen anderen hornlosen Rassen wird in der Region um das Saarland ebenfalls die gehörnte Angoraziege gezüchtet. Diese ist hauptsächlich in Frankreich verbreitet und zählt zu den wenigen Wollziegenrassen. Sie verfügt über ein langes seidiges Fell, das an ihren Seiten herabhängt. Im Gegensatz zur Wolle eines Schafs sind die Haare der Angoraziege nicht gekräuselt. Das in der Regel reinweiße Fell wird hauptsächlich für die Fertigung von Teppichen und Decken verwendet. Aus diesem Grund ist die Haltung dieser seltenen Tiere sehr wirtschaftlich. Ihre langen Hörner sind nach hinten gewellt und laufen spitz zu. Dadurch ist die Pflege dieser Hausziegen gänzlich ungefährlich. Mit ihren Hörnern können die meist sehr friedlichen Hausziegen im Rahmen eines übermütigen Spiels schwere Verletzungen hervorrufen.

Besonderheiten der Haltung und Pflege

Bei der Pflege von Hausziegen gibt es zahlreiche wichtige Besonderheiten zu beachten. Bereits wenn Sie ihre ersten Ziegen kaufen, sollte die vollständige Nahrungsmittelversorgung für die Tiere gesichert sein. Diese gestaltet sich in vielen Situationen nicht einfach, da Hausziegen ausschließlich frische Pflanzen und Heu zu sich nehmen können. Während der Sommertage fressen sie meist frische Kräuter und Klee. Erst nach einer erfolglosen Suche geben sich Hausziegen auch mit gewöhnlichem Gras zufrieden. Sollte dieses noch nicht nachgewachsen sein, können Sie kurzzeitig auch auf Heu zurückgreifen. Lediglich Muttertieren und Hausziegen, die der Milcherzeugung dienen, muss regelmäßig Kraftfutter angeboten werden.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig, um schwere Erkrankungen zu vermeiden. Bereits Gras, das etwas zu lange auf dem Boden des Stalls liegen blieb, kann Verdauungsprobleme und Koliken bei einer Ziege auslösen. Insgesamt benötigt sie täglich bis zu acht Kilogramm Grünfutter oder drei Kilogramm Heu. Im Winter sollte mit Möhren, Äpfeln und Birnen für ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot gesorgt werden.

Weiterhin ist bei der Haltung von Hausziegen wichtig, dass diese sowohl neugierig als auch intelligent sind. Grundsätzlich wird ein Zaun mit einer Höhe von 1,2 bis 1,5 Metern benötigt, um zu verhindern, dass die Tiere ausbrechen. Neben einem stabilen Holzzaun können Sie auch auf den deutlich preiswerteren Knotengitterzaun zurückgreifen. Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass sich den Tieren zu keinem Zeitpunkt eine Gelegenheit zum Ausbruch bietet. Nicht selten nutzen sie herumstehende Kisten, Fässer oder sogar Schubkarren, um über einen Zaun hüpfen zu können.

Welche Ausstattung wird für die Haltung von Ziegen benötigt?

Für die Unterbringung der Hausziegen ist ein großer Garten sowie eine umzäunte Rasenfläche erforderlich. Insgesamt sollte jede Ziege ca. 700 bis 800 Quadratmeter zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus brauchen sie auch einen stabilen sowie windgeschützten Stall. Viele Halter nutzen dafür ein altes Gartenhäuschen. Wichtig ist jedoch, dass dieser eine Größe von mindestens zwei Quadratmetern pro Tier aufweist. Die erforderliche Größe ist aber auch von der Anzahl der Weibchen und Männchen abhängig, da weibliche Tiere aufgrund ihrer strengen Rangordnung mehr Platz benötigen.

Die gesamte Ausstattung muss aus unbehandeltem Holz bestehen, da alle Ziegenrassen sämtliche in ihrer Nähe befindlichen Gegenstände anknabbern. Aus diesem Grund dürfen sich auch keine abstehenden Metallteile im Holz befinden. Außerdem sind auch kleine Öffnungen unter dem Dach zwingend erforderlich, um für eine ausreichende Luftzirkulation zu sorgen.

Die Liegeplätze der Tiere müssen sich an erhöhten Positionen befinden. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Hausziegen auch beim Schlafen dem starken Ammoniakgeruch am Boden des Stalls ausgesetzt sind. Weiterhin sollten Sie auf diesen Gersten- und Haferstroh auslegen, um ihn stets trocken zu halten. Stehen Hausziegen zu lange auf nassem Untergrund, infizieren sie sich mit der sogenannten Moderhinke, die in den meisten Fällen tödlich verläuft.

Letztlich müssen vor allem Langhaarziegen regelmäßig geschoren werden. Aus diesem Grund benötigen Sie eine Schere oder eine moderne Schermaschine. Für die Pflege der Tiere ist weiterhin eine Klauenschere unverzichtbar. Werden die Hausziegen ebenfalls zur Milchproduktion eingesetzt, so sollten Sie sich auch eine Melkmaschine anschaffen.