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Knigge für die Weihnachtsfeier: Die schlimmsten Peinlichkeiten und wie Sie sie vermeiden

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Die lockere Atmosphäre während einer Weihnachtsfeier, Alkohol und Partymusik verleiten schnell dazu, ein wenig mehr aus sich herauszugehen als normal üblich (und angemessen). Ein paar Fettnäpfchen sollten Sie tunlichst vermeiden. Welche Peinlichkeiten wo lauern und wie Sie sie elegant umgehen können, beschreibt der nachfolgende Beitrag. Schließlich soll die Weihnachtsfeier ein ungezwungenes, fröhliches Fest sein und nicht als Karrierekiller enden.

1. Tipps für gutes Benehmen auf der Weihnachtsfeier

1.1. Die Einladung zur Party

Grundsätzlich sollten alle Mitarbeiter zur Weihnachtsfeier eingeladen sein, auch wenn die Feier noch so klein und privat ist. Das ist ein Zeichen von Kollegialität. Die Weihnachtsfeier ist eine schöne Gelegenheit, das Jahr abzuschließen und herausragende Leistungen zu würdigen. Dazu ist es notwendig, auch alle einzuladen. Natürlich gibt es in jedem Unternehmen die weniger beliebten Mitarbeiter. Dann ist die Weihnachtsfeier eine gute Gelegenheit, diese Mitarbeiter ein wenig mehr zu integrieren und besser kennenzulernen, anstatt sie auszuschließen. Wenn Sie mit der Organisation der Weihnachtsfeier beauftragt werden, sollten Sie also darauf achten, dass alle die Einladung erhalten.

Dabei sein sollten auch die Mitarbeiter, die nicht immer im Büro präsent sind, aber dennoch zum Unternehmenserfolg beitragen, wie der Außendienst, externe oder freie Mitarbeiter und all jene, die sich gerade in Elternzeit oder im Sabbatjahr befinden. Sie alle würden sich wie Mitarbeiter zweiter Klasse fühlen, wenn sie zwar arbeiten, aber nicht mitfeiern dürfen. Das ist am Ende schlecht für das gesamte Team.

1.2. Der Umgang mit dem Chef

In der Regel nimmt auch der Chef an der betrieblichen Weihnachtsfeier teil. Es spricht nichts dagegen, sich mit ihm zu unterhalten, auch über Privates. Dabei sollten Sie nicht außer Acht lassen, dass es nach wie vor Ihr Chef ist, deshalb ist das Privatleben nicht allzu detailliert auszubreiten. Vor allem ist es wichtig, stets höflich zu bleiben. Und hüten Sie sich vor Lästereien über die anderen Mitarbeiter.

1.3. Die Tischmanieren

Egal wo die Weihnachtsfeier stattfindet, auch in einer sehr lockeren Atmosphäre dürfen die Tischmanieren nicht einfach „unter den Tisch fallen“. Eine lockere Atmosphäre und ein gelöster Chef, der alle Fünfe gerade sein lässt, dürfen nicht dazu führen, sich daneben zu benehmen. Sich bei Tisch wohlzuverhalten trägt dazu bei, dass sich die Teilnehmer der Feier auch danach noch im Büro blicken lassen können.

1.4. Auf Distanz bleiben

Die entspannte Atmosphäre während einer Weihnachtsfeier kann dazu verleiten, allzu vertraut mit Kollegen und Vorgesetzten umzugehen. Kollegen, mit denen der Umgang normalerweise eher förmlich ist, sollten Sie jetzt nicht plötzlich locker-kameradschaftlich umarmen. Das wirkt schnell unhöflich und aufdringlich.

1.5. Tanzen auf der Weihnachtsfeier

Wenn es auf der Weihnachtsfeier die Möglichkeit gibt, zu tanzen, dürfen Sie ruhig mittanzen – wenn Sie sich wohl dabei fühlen. Dabei darf allerdings der Respekt vor Kollegen und Vorgesetzten nicht unter den Tisch fallen. Es ist weder angemessen anzüglich zu tanzen noch den Kollegen oder die Kollegen direkt in einer sehr eindeutig-zweideutigen Weise anzutanzen. Sie sollten auch auf der Tanzfläche alles vermeiden, was später zu Gerede führen könnte.

1.7. Vorsicht beim Alkoholkonsum

Auf der betrieblichen Weihnachtsfeier gibt es natürlich auch Alkohol. Maß halten ist hier notwendig. Im beruflichen Kontext sollte niemand betrunken sein, auch nicht in einem vermeintlich privaten Rahmen. Die Weihnachtsfeier ist ein betrieblicher Anlass. Ein oder zwei Gläser sind absolut in Ordnung, aber jeder sollte sein Limit kennen und sich nicht betrinken. Volltrunkenheit schadet nur Ihrem guten Ruf. Sollte es dennoch passieren, verabschieden Sie sich unauffällig und gehen so schnell wie möglich nach Hause.

1.8. Flirten und Anzüglichkeiten

Wer im Betrieb schon länger ein Auge auf jemanden geworfen hat, sollte dies während der Weihnachtsfeier auf jeden Fall für sich behalten. Das ist nicht der passende Rahmen für Annäherungsversuche. Kommt in dieser Situation noch Alkohol ins Spiel, kann die Situation sehr schnell sehr peinlich werden. Den Kollegen oder die Kollegin anzusprechen sollte lieber warten bis zu einer anderen Gelegenheit.

2. Die No-Gos auf jeder Weihnachtsfeier

Auf der Weihnachtsfeier lauern überall Fettnäpfchen und vor allem auch Kollegen, die sich dann anschließend darüber lustig machen. Die Vorgesetzten beobachten ihre Angestellten in diesem Rahmen besonders genau. Die Feier ist eine Art gesellschaftlicher Benimm-Test, der zeigt, wer für höhere Aufgaben geeignet ist.

Nachfolgend ein paar einfache Regeln, was Sie unbedingt vermeiden sollten, damit die Weihnachtsfeier nicht zur Blamage wird.

2.1. Gehaltsverhandlungen

Sie gehören definitiv in einen extra vereinbarten Gesprächstermin mit dem Chef während der normalen Arbeitszeiten.

2.2. Intimitäten

Bedenken Sie, dass aus einem heißen Flirt mächtig Ärger resultieren kann. Viele Chefs sehen es nicht gerne, wenn ihre Angestellten miteinander anbändeln. Sehen die Kollegen zu, sind Sie darüber hinaus schnell das Gesprächsthema Nummer eins im gesamten Unternehmen. Wollen Sie das?

2.3. Den Chef knutschen

Das ist ein absolutes No-Go! Finger weg von Vorgesetzten.

2.4. Ungewolltes Duzen

Vorgesetzte sind und bleiben Vorgesetzte. Auch wenn die Stimmung noch so gelöst ist, Sie bieten Ihrem Chef bitte niemals das Du von sich aus an. Bietet der Chef hingegen das Du an UND er erinnert sich am Morgen danach noch daran, dann ist es in Ordnung.

2.5. Das Buffet plündern

Bei Feierlichkeiten wie der Weihnachtsfeier gibt es meistens auch etwas zu essen. Sie hinterlassen einen sehr schlechten Eindruck, wenn Sie sich am Buffet den Teller zum Überlaufen vollladen. Stürmen Sie bitte auch nicht direkt los, wenn das Buffet eröffnet wird. Vordrängeln am Buffet? Ebenfalls ein No-Go.

2.6. Spaßbremse

Bei einer solchen Gelegenheit wie der Weihnachtsfeier sollten Sie Ihre schlechte Laune zu Hause lassen und wenigstens gut Miene machen. Ein wenig Small Talk hilft, den Abend zu überstehen und zeigt Ihre Teamfähigkeit.

2.7. Small-Talk-Patzer

Es gibt Themen, die sich für den Small Talk auf der Weihnachtsfeier (und auch sonst) nicht eignen. Dabei handelt es sich vor allem um kontroverse Themen, um solche, die Ihren Gesprächspartner kränken oder in eine unkomfortable Situation bringen können. Dazu gehören beispielsweise Politik, Religion, Krankheiten, private Sorgen oder Finanzen.

2.8. Geschmacklosigkeiten

Anzüglichkeiten, Saufspiele und schlechte Manieren haben auf einer Weihnachtsfeier nichts verloren. Das führt nur zu Fremdschämen und betretenem Schweigen. Abgesehen davon kann es sogar zu Abmahnungen führen, wenn gewisse Grenzen überschritten werden. Die Weihnachtsfeier ist nämlich immer noch eine betriebliche Veranstaltung und hier gilt das Arbeitsrecht.

2.9. Unpassende Kleidung

Weder zu elegant noch zu lässig ist die richtige Garderobe für die Weihnachtsfeier. Eine Abendrobe mit Schleppe und Diadem bzw. ein Frack werden in den meisten Fällen übertrieben wirken. Aber ungepflegt und allzu casual sollten Sie auch nicht angezogen sein. Auf keinen Fall darf die Kleidung zu freizügig sein. Das Dekolleté bis zum Bauchnabel oder der Minirock, der eher einem Gürtel gleicht, gehören in die Freizeit. Das versteht sich eigentlich von selbst.

2.10. Lästereien

Alkohol lockert die Zunge. Aber wer lästert, verrät mehr über sich selbst als über die andere Person. Lästereien fallen immer auf den Lästerer zurück und können schlimmstenfalls das Ende Ihrer Karriere bedeuten. Das gilt nicht nur für das Fest selbst, sondern vor allem für danach. Sie können davon ausgehen, dass es immer ans Licht kommt, wenn Sie sich über Kollegen oder den Chef ausgelassen haben. Meist hält eine Person nicht dicht und tratscht das Anvertraute weiter.

2.11. Nichterscheinen

Für das Fernbleiben von der Weihnachtsfeier gibt es nur wenige gute Entschuldigungen. Ausreden sind schnell entlarvt und werfen ein schlechtes Licht auf Sie. Wenigstens für kurze Zeit hinzugehen, zeugt von Teamgeist und fördert das Betriebsklima.

3. Der Tag danach

Nicht alle schaffen es, die No-Gos zu meiden. Am Tag danach zeigt sich spätestens, ob auf der Feier etwas ordentlich schiefgelaufen ist. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass Sie in das eine oder andere Fettnäpfchen getreten sind:

  • Sie sind das Thema in der Gerüchteküche.
  • Ihr Chef ruft Sie sofort zu sich, um mit Ihnen zu reden.
  • Sie können am nächsten Morgen immer noch nicht Auto fahren.
  • Ihre Kollegen haben den Autoschlüssel sicher verwahrt.
  • Die Gespräche verstummen, sobald Sie den Raum betreten.

Wenn Sie sich nicht mehr an alles erinnern können, sollten Sie versuchen herauszufinden, was passiert ist. Gegebenenfalls müssen Sie sich für Ihr unangemessenes Verhalten bei Kollegen oder Vorgesetzten entschuldigen.

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